Zweiter Projektreport „Web2Energy“ an die EU endet mit Bewertung „Exzellent“

Am 27.03.2012 konnte das Projektteam vor den Vertretern der EU- Kommission und den beiden Gutachtern aus Großbritannien und Rumänien die Aufgabenerfüllung des zweiten Projektjahres abrechnen sowie bereits die Ergebnisse der Implementierung in der W2E - Leitstelle sowie an der am gleichen Standort installierten 100 kWh Batterie demonstrieren.

Immerhin war das zweite Jahr das entscheidende Jahr, in dem neben dem erfolgreichen Projektmanagement 4 komplette Arbeitspakete abzuarbeiten waren:

1. Anwendung IEC 61850 für das Kommunikationssystem
2. Design und Architektur des Informations- und Kommunikationssystems
3. W2E – Leitstelle basierend auf CIM – Datenbank
4. Installation der neuen Technik und Vorbereitung des Versuchsbetriebes

Dazu hatte das Projekt 12 verschiedene Erfüllungsnachweise zu erstellen beginnend von der Erprobung der Einbindung der digitalen Zähler in das IEC 61850 - Kommunikationssystem über die Spezifikation des speziell entwickelten Fernwirkgerätes (Bild 1) und der Leitstelle für die drei Säulen von Smart Distribution (Bild 2) bis hin zu umfangreichen mehrstufigen Testprogrammen für die neuen Geräte und das Gesamtsystem.

Bild 1. W2E – Fernwirkgerät und Interfaces           Bild 2. Icons der 3 Domänen und Eintrittmenüs der Leitstelle

Auch die Darstellung des für die Anwendung in Verteilungsnetzen erforderlichen Erweiterungsbedarfs von IEC 61850 war eine der obligatorischen Hausaufgaben. Immerhin wird mit dem Einsatz von IEC 61850 im Verteilungsnetz der Kreis geschlossen: Es wird wie in Bild 3 gezeigt künftig eine einheitliche Kommunikation von der Haushaltsteckdose bis hin zur Leitstelle des Übertragungsnetzes geben. Das erleichtert das Engineering solch großer Systeme immens und verringert die Gefahr von Inkonsistenzen.

Damit erbringt das Projekt auch einen wichtigen Beitrag für die internationale Standardisierung.

Bild 3. Durchgängige Kommunikation auf allen Ebenen des elektrischen Energieversorgungssystems

Das Projektteam konnte mit Stolz darauf verweisen, dass alle Aufgaben des Jahres trotz auftretender Probleme mit extern erworbenen Softwarekomponenten in hoher Qualität erfüllt wurden.

Besonders beeindruckt hat die Gutachter die Beobachtbarkeit und Steuerbarkeit einer Vielzahl von Erzeugern und Speichern im Rahmen des virtuellen Kraftwerks (VKW).

Sie stellten fest, dass das Ausmaß der praktischen Erprobung – wie in Bild 4 gezeigt, weltweit einmalig ist und somit eine Grundlage für die spätere Breiteneinführung der Smart Grids in der Verteilungsebene schafft.

Bild 4. Integration der Smart Grid – Komponenten im Rahmen des Web2Energy – Projektes

Die Neuheit der entwickelten und erprobten Lösungen drückt sich übrigens auch im weltweiten Interesse am Projekt aus mit

  • 51. 300 Sichtungen des Webportals www.web2energy.comhttp://www.web2energy.com/
  • 62 Beiträgen in Fachzeitschriften und auf Konferenzen weltweit
  • 3 Beiträgen im deutschen Fernsehen
  • 3 Interviews in deutschen Radiosendern

Ein Teil des Projektes wurde übrigens gegenüber Projektplan vorgezogen, um einen ausreichenden Zeitraum zur Verhaltensanalyse zu erhalten: Seit August 2011 sind Stromkunden mit smarten Zählern ausgerüstet. Sie erhalten am Vortag über Web-Portal oder auf Mobiltelefon eine Prognose mit grün und rot markierten Zeitintervallen (Bild 5), die vom VKW aufgrund der Prognosen von Wind und Sonne sowie der Strompreise am EEX Spotmarkt gebildet werden. In grünen Zeitbereichen wird der im Vergleich zu einem Referenzprofil höhere Verbrauch honoriert und umgekehrt in den rot markierten Zeiten ein reduzierter Verbrauch.


Bild 5. Web – Portal zur Einbindung der Stromkunden in den Markt und SMS-Nachricht zur Prognose

Bereits in den ersten Monaten des Pilotvorhabens stellten sich im Mittel Energieeinsparungen von 3 % sowie Lastverschiebungen aus den roten in die grünen Bereiche von ca. 15% der Lastspitze ein. Einige Familien halten sich strikt an die Vorgaben“ rot und grün“ und richten sogar ihre Haushaltsorganisation entsprechend ein.

Sowohl die Gutachter als auch die Vertreter der EU- Kommission zeigten sich sehr interessiert und zufrieden mit den präsentierten Ergebnissen. Die Betreuerin des Projektes Frau Patricia Arsene vergab erstmals die Bewertung „exzellent“.

Das gibt nun dem Projektteam Ansporn, auch die letzten Projektetappen

  • Dauerbetrieb des Systems mit seinen drei Säulen wie in Bild 4 gezeigt,
  • Vorstellung vor der Öffentlichkeit,
  • Analyse des Nutzens und Ausblick zur weiteren Anwendung der Ergebnisse

mit ausgezeichneten Ergebnissen zu absolvieren.

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