Über das Projekt

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Smart Grids – die Vision für die Stromnetze der Zukunft

Die Staaten der Europäischen Union fördern massiv den Ausbau der erneuerbaren Energien zum Schutze der Umwelt, zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung, auch dann wenn fossile Primärenergieträger rar werden und schließlich zur Reduzierung der heute hohen Importabhängigkeit bei Primärenergieträgern. In den kommenden Jahren werden immer mehr Gigawatt (GW) Wind- und Solarenergie in die Stromnetze eingespeist. Dafür sind die heutigen Stromnetze nicht ausgelegt. Aber auch eine Vielzahl von Kleinerzeugern in Haushalten und das Aufladen von Millionen Elektrofahrzeugen stellen vollkommen neue Herausforderungen an die Stromnetze.
Diese Herausforderungen sind mittels sogenannter Smart Grids lösbar. Das Problem liegt doch darin, dass die Stromkunden jederzeit den Strom beziehen, den sie im Moment gerade benötigen. Dadurch ergibt sich eine permanente Änderung des Verbrauchs mit einer Spitze in Deutschland von ca. 80 GW am Tage und einem Minimalbedarf von nur ca. 30 GW in der Nacht. In jedem Moment muss der Strom jedoch verbrauchsdeckend im Kraftwerk erzeugt werden – Wind und Solarenergie speisen dagegen je nach Aufkommen ein – sie lassen sich nicht steuern wie ein herkömmliches Kraftwerk. Dementsprechend wird ein Smart Grid wie folgt definiert (siehe: www.smartgrids.eu ):
Ein Smart Grid ist ein elektrisches Netz, das die Aktionen aller angeschlossenen Nutzer – Erzeuger, Verbraucher, Speicher – intelligent koordiniert, um Effizienz in der nachhaltigen, ökologischen, wirtschaftlichen und zuverlässigen Stromversorgung zu gewährleisten.

Smart Grids bedürfen einer weitgehenden Vernetzung ihrer Nutzer über moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zur intelligenten Koordinierung. In der Verteilungsnetzebene kann mittels Vernetzung erreicht werden, dass

  • den Stromkunden Tarife angeboten werden, die dem Energiepreis folgen, der zur Lastspitze besonders hoch ist und bei geringem Verbrauch entsprechend niedrig. Der Stromkunde kann seinen Verbrauch und die dazu gehörigen Kosten beobachten, was ihm die Motivation gibt starke und zeitunkritische Verbräuche von Waschmaschine, Trockner oder Klimaanlage in die Zeit mit geringem Tarif zu verlegen – ggf. auch mit Mitteln der Gebäudeautomatisierung. Damit wird der Kunde Teilnehmer am Energiemarkt, kann Kosten sparen und mithelfen die Lastspitze zu senken.
  • eine Vielzahl von Kleinerzeugern, Speichern und regelbaren Verbrauchern so koordiniert werden, dass in Summe ihre Erzeugung einem Fahrplan zur Verbrauchsdeckung folgt, Fluktuationen der Windeinspeisung ausgeglichen werden und insgesamt ein virtuelles Kraftwerk entsteht – mit Eigenschaften wie traditionelle Kraftwerke sie haben.
  • mittels Automatisierung und Fernwirken die Ortsnetzstationen bei Störungen mit Versorgungsausfällen nicht mehr angefahren werden müssen, um diesen zu beseitigen. Damit reduzieren sich die Zeiten von Versorgungsunterbrechungen ganz erheblich.


Smart Grids werden so nicht nur die künftigen Herausforderungen beherrschen, sondern sie bieten auch für alle Nutzer der Stromnetze – Stromkunden, Stromerzeuger, Netzbetreiber und Lieferanten – erheblichen Vorteile.