Datenmanagement mit einheitlicher Datenstruktur

Der Betrieb von "Smarten Verteilungsnetzen" erzeugt eine Riesenmenge an Daten, die von den verschiedenen Marktteilnehmern benötigt werden.

Heute sind verschiedene Datenbanksysteme für das Netzmanagement und die Unternehmensführung im Einsatz. Sie wurden von verschiedenen Herstellern als Eigenentwicklung kreiert und implementiert. Insgesamt sind heute keine Datenbanksysteme basierend auf einheitlichen Datenmodellen und Datenmanagement in der Praxis verfügbar. Die Unternehmen verwalten immer noch Daten- und Produktivitätsinseln. In dieser Situation ist die gleiche Information in verschiedenen Datenbanken abgelegt, aber in unterschiedlichen Datenformaten dargestellt. Datenänderungen verlangen die Änderungen in verschiedenen Systemen gleichzeitig. Andererseits geht die Datenkonsistenz verloren. Bild 1 stellt in blau die verschiedenen Datenbanken der Marktteilnehmer im Energieversorgungsprozess dar.

Grafik: Unternehmensdatenbanken und Konsistenz durch das "Data Warehouse"


Die Herausforderung besteht nun darin, die unterschiedlichen Datenbanken durch ein übergelagertes Datenwarenhaus zu koordinieren, das auf den einheitlichen Informationsformaten (CIM – common information model) nach IEC 61968 für Verteilungsnetzmanagement und nach IEC 61970 für Übertragungsnetze basiert und in Bild 1 rot dargestellt ist. Das Datenwarenhaus bietet die Kopplung zu allen Datenbanken und sichert Datenkonsistenz. Das ist der aktuelle Weg, das Desaster der verschiedenen Datenformate in den Datenbanksystemen unterschiedlicher Hersteller zu beherrschen.

Im Projekt Web2Energy werden unterschiedliche Datenformate in den Datenbanken von Beginn an vermieden. Alle Datenbanken nutzen das einheitliche CIM-Format sowohl beim Lieferanten als auch beim Netzbetreiber oder virtuellen Kraftwerk. Dieses Vorgehen sichert einen reibungslosen und konsistenten Datenaustausch zwischen allen Anwendungen. Darüber hinaus werden alle Daten, die aus den Prozessgeräten wie Zählern und Fernwirkgeräten eintreffen, sofort in das CIM-Format transferiert. Dieses Herangehen wird erstmals für ein Verteilungsnetz praktiziert und setzt Zeichen. Die Otto von Guericke Universität führt diese Aufgaben mit ihrem russischen Partner Delphin Informatika aus.

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