Kommunikation als Voraussetzung für Smart Grids

Die Vernetzung der Nutzer von Smart Grids in der Verteilungsebene ist heute noch nicht vorhandenden. Die Kommunikations- und Informationstechnik (IKT) für den Datenaustausch zwischen Teilnehmern des Verteilungsnetzes endet heute in der Regel im 110/MS-Umspannwerk. Sie muss künftig aber bis zur Steckdose des Stromkunden reichen. Eine Kommunikationsinfrastruktur existiert zwar heute bereits flächendeckend. Sie muss jedoch für die neuen Aufgaben der Smart- Grid- Datenübertragung nutzbar gemacht werden. Dabei können lokal bedingt unterschiedliche Übertragungstechniken die jeweils beste Wirtschaftlichkeit bieten - drahtgebundene Telekommunikationsnetze, Funk oder auch die Datenübertragung auf den Stromkabeln oder Freileitungen als "Distribution Line Carrier – DLC" sind möglich.

Im Projekt Web2Energy wird das Kommunikationsnetz der HEAG Medianet GmbH derart erweitert, dass alle Teilnehmer am "Smarten Verteilungsnetz" vernetzt werden können. Dazu gehört auch, dass die Eigenschaften des Kommunikationsnetzes getestet und ggf. verbessert werden. So soll zum Beispiel die Zeit der Datenübertragung von einem zum anderen Teilnehmer im Sekundenbereich erfolgen. Informationssicherheit ist ein weiteres Thema. Kein Unbefugter darf Daten erhalten, die nicht für ihn bestimmt sind. Aber auch die Zuverlässigkeit des Kommunikationsnetzes spielt eine Rolle. Fallen Kommunikationsverbindungen aus, so muss dies sofort erkannt werden, um alternative Verbindungen verfügbar zu machen. Fällt z.B.  eine Telekommunikationsleitung aus, so sind alternative Verbindungen aufzubauen – möglicherweise auch mit anderer Physik wie z.B. Mobilfunk. Zur Auslegung des Kommunikationsnetzes nach neuesten Sicherheits- und Performancestandards wird ebenfalls das niederländische Energieforschungszentrum eingebunden.

Steht das Kommunikationsnetz, ist allerdings noch nicht gewährleistet, dass sich alle Teilnehmer verstehen. Dazu gehört, dass alle Teilnehmer die gleichen Datenmodelle nutzen, um zu erkennen, um welche Information es sich handelt – zum Beispiel um ein Preissignal oder eine Leistungsmessung. Auch bestimmte Dienste – wie zum Bespiel die Zeitangabe eines Ereignisses müssen bis auf die Millisekunde genau übereinstimmen. Für diese Übereinstimmung sorgen heute internationale Standards der IEC (Internationale Elektrotechnische Kommission). Historisch bedingt gibt es aber schon eine Vielzahl unterschiedlicher Standards. Web2Energy setzt konsequent die Datenmodelle und Dienste des bisher sehr erfolgreich in Umspannwerken eingesetzten Standards IEC 61850 auf die Erfordernisse der Verteilernetze um. Das bedeutet, dass einerseits der bereits existierende Standard für Datenmodelle von regenerativen Erzeugern und Umspannwerken genutzt wird, andererseits aber werden neue Impulse aus dem Projekt Web2Energy sofort in die internationale Normung über die Experten des Schweizerisch/ Niederländischen Unternehmens UTInnovation sowie über die deutsche Firma NTB Technoservice einfließen. Diese Experten sind bereits langjährig in den IEC-Normungsgremien federführend - zum Beispiel als Arbeitsgruppenleiter - tätig.

Web2Energy ist das einzige derzeit laufende Projekt in dem Entwicklungstätigkeit und Standardisierung Hand in Hand gehen. Das ist eine gute Nachricht für die Betreiber aber auch für die Hersteller, die mit diesen Standards Produkte entwickeln können, die problemlos in "Plug and Play"- Manier Informationen austauschen und am Weltmarkt bestehen.

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