Projektziele

Die drei Säulen von Smart Grids in Verteilungsnetzen

Im Projekt Web2Energy werden die drei Säulen der "smarten Verteilungsnetze" im Versorgungsgebiet der HSE erprobt und eingeführt.


1. Smarte Zählertechnik – der Stromkunde nimmt am Markt teil
Mehrere hundert Stromkunden werden mit intelligenten Zählern ausgestattet. Derartige "Smart Meter" verfügen über eine Reihe innovativer Eigenschaften:

  • Fernablesung der Zähler
  • Empfang und Darstellung von Preissignalen (variable Tarife)
  • Darstellung von Verbrauch und Kosten
  • Störungsmeldung und -management
  • Manipulations-, Energiediebstahlserkennung
  • Intervalldatenerfassung (Lastverlaufsmessung)
  • Überwachung und Steuerung von dezentralen Erzeugern und Lasten

Smart Meter bieten darüber hinaus Schnittstellen zur Verbrauchsvisualisierung und zu weiteren Funktionen der Gebäudeautomatisierung und des Energiemanagements, z.B. "Smart Home"  im Haushaltsbereich. Den Stromkunden werden erstmals variable Tarife angeboten. Sowohl diese und die Tarifprognose für die nächsten Stunden als auch der aktuelle Verbrauch und die daraus resultierenden Kosten werden visualisiert. Der Stromkunde erhält so die Möglichkeit, seinen Verbrauch entsprechend den Tarifen zu steuern.

Im Projekt werden dadurch Erfahrungen für eine generelle Ausbreitung der modernen Zählertechnik gesammelt. Diese wird von Landis + Gyr Österreich geliefert.


2.  Smartes Energiemanagement – Kleinerzeuger im Verbund
In die Verteilungsebene speisen viele Kleinerzeuger ein. Diese werden nun derart überwacht und koordiniert, dass zu jedem Zeitpunkt eine planbare und dem Bedarf bzw. dem Marktanforderungen angepasste Erzeugerleistung vorhanden ist. Das bedeutet auch den Ausgleich von Vorhersageabweichungen fluktuierender Wind- oder Photovoltaik- (PV) Stromerzeugung durch ihre Aggregation mit steuerbaren Erzeugern, Lasten und Speichern im Rahmen eines virtuellen Kraftwerks (VKW).

Im Versorgungsgebiet der HSE wird diese Aufgabe  gut gelingen, da neben den Wind- und PV- Anlagen auch Wasserkraftwerke, Heizkraftwerke und  Industrieanlagen verfügbar sind, die sich an der Erzeugungs- und Laststeuerung beteiligen. Das zentral geführte virtuelle Karftwerk (VKW) nimmt an den Märkten für Energie und Regelleistung teil und optimiert die Einsätze und Leistungseinspeisungen. Es sichert so allen Teilnehmern einen höheren Gewinn im Vergleich zu Marktteilnahmen als Einzelanlagen. Zur Unterstützung des VKW werden zudem innovative Speichertechniken eingeführt.

Die EUS GmbH Dortmund bringt in das Projekt die Erfahrungen zu virtuellen Kraftwerken ein und das Energieforschungszentrum der Niederlande die nötigen Markterfahrungen mit.


3. Smarte Verteilungsnetze – Höhere  Versorgungszuverlässigkeit
Versorgungsunterbrechungen treten heute sehr selten auf, doch wenn sie vorkommen, dann haben sie zu 96 % ihre Ursache in den Mittelspannungs- (MS) / Niederspannungs- (NS) Verteilungsnetzen. Tritt eine Störung auf, so müssen nacheinander die Ortsnetzstationen (oft als Trafohäuschen bekannt) zur Ortung der Störung angefahren werden und erst danach kann die Versorgung durch Umschaltungen wieder fortgesetzt werden. Im Rahmen des Projektes W2E werden in einem Netzbereich der HSE AG diese Abläufe automatisiert. Die entsprechende Fernwirktechnik kommt von der polnischen Firma iPLS. Damit wird es nicht mehr Stunden, sondern nur noch Minuten dauern, bis eine Störung beseitigt ist. Die sowieso bereits seltenen Unterbrechungszeiten werden so nochmals verkürzt.


Vernetzung: Die drei Säulen erfordern, dass zwischen allen Nutzern des Verteilungsnetzes wie den Stromkunden, Stromerzeugern und Ortsnetzstationen, der Leitstelle des Netzbetreibers, den Lieferanten und dem virtuellen Kraftwerk Informationen ausgetauscht werden. Kommunikationskanäle müssen also auch die letzten Meter bis zu diesen Teilnehmern überbrücken.

Kontakt

HSE AG
Frankfurter Straße 110
64293 Darmstadt
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